Das war 2021
Nun wollen wir uns wiedersehen
Der erste Tag. 26.07.2022. Nach nicht enden wollenden Vorbereitungen ging es am Dienstagmittag endlich los auf meine lange Reise nach Griechenland zu meiner geliebten Schwester Gudi. Es war Hochsommer und der Himmel blau bei recht warmen Temperaturen. Als ich bei Dieburg das Rhein-Main-Gebiet verlassen hatte lag mir der wunderschöne Odenwald zu Füßen. Sich schlängelnde Landstraßen, vorbei an Wiesen, Hügeln und Wäldern, führten mich schlussendlich nach Tauberbischofsheim. Mein Nachtquartier fand ich in Wittighausen im Gasthaus „Zum Bären“. Von der freundlichen Wirtin, Frau Reinhard, erfuhr ich, dass ganz in der Nähe ein Royal Enfield Händler seine Werkstatt habe. Dort lernte ich am nächsten Morgen den Chef „Floh“ kennen. Nach einem kurzen Gespräch mit ihm erfuhr ich, dass auch er den verstorbenen Fritz von Eifeltec gekannt hatte. Floh hatte sich auf die alten Vergaser-Maschinen spezialisiert und wollte mit dem Verkauf von Neufahrzeugen nichts mehr zu tun haben. „Die neue Meteor sei für ihn keine echte Enfield mehr.“ Floh schien so ein richtiger Endfield Freak zu sein und erzählte mir von einigen Verbesserungen die man an meinem Motorrad vornehmen könnte und ich solle mich doch nach meiner Reise mal melden. Wie dem auch sei, lange hatte er keine Zeit und ich machte mich weiter auf meinen Weg Richtung Süden.
Der zweite Tag. 27.07.2022. Nachdem ich mich vom Royal-Enfield Floh verabschiedet hatte fuhr ich morgens durch das herrliche Main-Taubergebiet bis nach Uffenheim. Die Landschaft war teilweise so fernab und verwunschen, dass mein Navigationshandy streckenweise komplett ausstieg und ohne Empfang war. Uffenheim aber bot sich als ein wunderschöner Ort in barockem Baustil. Ich hatte mein Motorrad in einer kleinen Gasse, gleich vor einem Eiskaffee in der Fußgängerzone im alten Stadtkern geparkt und entschloß mich hier zu verweilen.
Ich schlenderte durch die Gassen alter Fachwerkhäuser, liebevoll mit Ornamenten verziert, als ich ein leises Orgelspiel aus einer in einem Gelbton erscheinenden evangelischen Kirche vernahm. Ich öffnete die Kirchentür und hörte wie ein Organist: „Danke, für diesen guten Morgen“, probte. Nach einer Weile meines andächtigen Lauschens bemerkte er mich im Kirchraum, gerade war ich im Begriff die Kirche wieder zu verlassen, da winkte er mich hoch auf die Empore zu kommen. Dort erzählten wir munter über Orgelspiel und Posaunenchor. Auch er war eine Zeit seines Lebens Posaunist gewesen, habe sich aber schließlich für das Orgelspiel entschieden. Zum Abschluss spielte er mir noch einen kleinen klassischen Satz vor und ich bedankte mich von ganzem Herzen und verabschiedete mich. Am Nachmittag dann in Ansbach angekommen erlebte ich ebenfalls eine wunderschöne Barockstadt mit einem großen Marktplatz und einer Basilika. Dort aß ich bei einem knurrigen alten Franken der eine thailändische Frau kochen ließ zu Mittag. Es war 20 Minuten vor 14:00 Uhr und er wies mich darauf hin, dass er um Punkt schließen würde. Das Restaurant war aber noch voll besetzt und es kam auch noch ein Gast um 10 vor Punkt. So aß und genoss ich mein Thai-Curry bis er mich schließlich ermahnte, er würde gleich schließen. Er habe ja auch mal Mittagspause. Dennoch verweilten auch noch andere Gäste und er knurrte sie alle förmlichst hinaus und schloss hinter sich die Tür. Meine Herberge für die Nacht fand ich dann in Eichstätt. In einem kleinen Hotel am Waldrand im romantischen Altmühltal und genoss noch bei frischer Waldluft ein gutes bayrisches Helles. Anschließend stieg ich bei frischer Abendluft auf die Anhöhe vor dem Hotel um noch ein paar Schritte vor dem Schlafen zu tun und meine schönen Erlebnisse revuepassieren zu lassen.
Dritter Tag. 28.07.2022 Heute ging es durch das schöne Vor-Alpenland bis nach Landshut an der Isar. Lange Jahre waren vergangen seit dem ich die schöne Isar das letzte Mal gesehen hatte. Diesem smaragdgrünen Wasser wohnte ein gewisser Zauber inne. Die Färbung erzählte von reinen fernen Quellen und Gletschern aus den nahen Alpen. In Landshut aß ich bei einem Vietnamesen zu Mittag. Ein scharfes Curry, Note scharf versüßte mir die Mittags Stunden. Von der jungen Tochter des Besitzers erhielt ich freies Wi-Fi und so konnte ich im Voralpenland in Friedolfing im Landgasthof Gruber ein schönes Zimmer buchen. Draußen vor dem Landgasthof hatten sich einige Gäste eingefunden und hatten Platz genommen. Eine pfundige Bayerin bediente und brachte mir eine leckere Forelle Müllerin und ein frisch gezapftes Helles. Ein ausgedehnter Abendspaziergang führte mich zu einer auf einem kleinen Berg gelegenen Dorfkirche mit Friedhof. Als ich zurück zum Hotel kam schallte aus einem großen Saal nebenan laute Tanz- und Partymusik. Wegen Corona hatte die Dorfjugend ihren Abschlussball nicht feiern können. Das wurde am heutigen Sommerabend mit Schwung und guter Laune nachgeholt. Aus einer ruhigen Nacht wurde also nichts. Mit Stopfen in den Ohren konnte ich aber irgendwann einschlafen. Lange überlegte ich ob ich nicht dort eine weitere Nacht verweilen sollte, aber es war Regen angesagt und ich wollte noch bis Zell am See kommen bevor es sich einregnete.
Vierter Tag. 29.07.2022 Die Ruhe und Idylle auf dem Land taten mir gut. Dennoch reiste ich ab und war so glücklich als ich kurz vor Salzburg endlich die majestätischen Alpen am Horizont erblickte. Schon bald erreichte ich mein nächstes Domizil das Glaser Haus in Zell am See. Das Hotel lag mitten im Ortsgeschehen in Hanglage. Steile Treppen führten hinauf ins Dachgeschoss. Die schweren Packtaschen, das Zelt mit Schlafsack und Luftmatratze, Tankrucksack und Helm, alles musste irgendwie die Treppen hinauf – leider gab es keinen Aufzug. Nach einem schönen Mittagsschlaf kleidete ich mich und ging hinab an die Uferpromenade vom Zeller See. Die Promenade war voll von Touristen. Ein Großteil der Touristen waren Araber in teure Stoffe und teure Marken gekleidet. Waren sie Touristen oder lebten sie in diesem teuren Pflaster? Sie kommen tatsächlich weil sie fasziniert von den Bergen und dem See sind. Außerdem sind sie willkommene Gäste weil sie teils das vierfache am Tag ausgeben wie deutsche Touristen. Natürlich ging auch ich in ein schönes österreichisches Restaurant und saß neben einem sympathischen Pärchen aus England mit denen ein kleiner Smalltalk entstand. Tatsächlich fing es Abend dann an zu regnen. Der Gastwirt fuhr große Markisen aus sodass niemand der Gäste nass werden musste. Es war nicht ganz leicht zurück zum Hotel zu kommen, denn der Regen hatte sich zum Platzregen entwickelt. Meine nasse Kleidung wurde aber bis zum nächsten Morgen wieder trocken und ich hatte eine geruhsame Nacht in meinem teuren Dachstüberl.
Fünfter Tag am 30.07.2022 Ich wartete den Regen ab und fuhr dann gegen 11:00 Uhr vormittags Richtung Mittersill über den Felbertauern Pass bis Lienz. Die Felbertauern begrüßten mich mit strömendem Regen und forderten mir einige Fahrkünste ab die Serpentimen vorsichtig entlang zu hangeln ohne mit den Rädern weg zu rutschen. Glücklich in Lienz angekommen gönnte ich mir bei sommerlichem Wetter eine ausgedehnte Pause. Die Sonne sollte meine Kleidung wieder trocknen und ich zog mein Regenzeug aus, hängte meine nassen Schuhe über den Lenker, die nassen Socken über die Spiegel und ging in Sandalen, Motorradhose und T-Shirt, etwas peinlich aber zumindest etwas sommerlich gekleidet in die Innenstadt um eine kleine Stärkung zu mir zu nehmen. In Lienz fand gerade an diesem Samstag ein Kleinkunstfestival statt. Für mich eine willkommene Abwechslung. Majestätisch anmutende Riesenschwäne spazierten mit Musikbegleitung durch die Innenstadt. Andere mimten die Beatles auf dem berühmten Zebrastreifen in der Abbey Road. Natürlich durfte eine Wahrsagerin nicht fehlen. Mit einem älteren Herrn kam ich über Motorräder ins Gespräch, er war stolzer Besitzer einer alten Puch mit 250 cm3. Er warnte mich vor den Italienern die die günstigen Spritpreise nützen würden, ihren Tank überfüllten und anschließend über den Plöcken Pass zurück nach Italien fuhren. Dort würde der überfüllte Tank Benzin auf die Straße tropfen und den Asphalt in eine spiegelglatte Fläche verwandeln. Ich nahm seinen Rat gerne an, kleidete mich wieder in meinen, mittlerweile getrockneten, Motorradanzug und verließ Lienz mit einem recht positivem Eindruck über die letzte Stadt in Österreich vor der italienischen Grenze. Da der Plöcken Pass nach Italien aber in Sonnenschein getauft war, gestaltete sich die Straße trocken und es gab keine spiegelglatte Fläche verursacht durch auslaufendes Benzin. Oben angekommen überschritt ich die italienische Grenze. Ich wechselte noch ein paar Worte mit einer Dame vom Kiosk oder kleinem Grenzkaffee da ich dringend wifi benötigte um mir eine Übernachtung auf booking. com zu buchen. Den Blöcken Pass hinunter zu fahren gestaltete sich als schieres Abenteuer. Ich konnte so steil und tief in Schluchten und Täler schauen, dass mir ganz schwindelig wurde. Aber unten auf der Talsohle angekommen erreichte ich bald das Dorf Paluzza und suchte meine gebuchte Unterkunft die Casa Ortis. Ich begab mich ins Ortsinnere und fragte eine Barbesitzerin nach der Casa Ortis. Wild gestikulierte sie mit ihren Händen und versuchte mir den Weg zu erklären. Ich verstand zwar links und rechts welches sich aber dermaßen oft wiederholte, dass ich sie nur achselzuckend anschaute. Bald schrie sie einen Dorfbewohner herbei der mir den Weg zeigen sollte. Mit einem kleinen Auto sauste er vorweg und ich hatte alle Mühe mit meinem bepackten Motorrad hinterher zu kommen. Aber tatsächlich brachte er mich zur Casa Ortis, weit oben am Berg gelegen. Und bevor ich mich bedanken konnte war auch schon wieder den Berg hinunter gefahren. Eine freundliche italienische Familie begrüßte mich und schenkte mir ein gastfreundliches Willkommen. Luisa, die Hausherrin schenkte mir zur Begrüßung einen Wein ein, der aus dem eigenen Vigneto kam. Das kleine Zimmer dass sie mir zuwies war recht gemütlich. Das Bad würde man sich mit den anderen Zimmergästen teilen, kein Problem, alles war sauber und gepflegt. Es würde heute Abend eine kleine Geburtagsfeier hinter dem Haus geben, ein Grill sei aufgestellt und in der Garage gäbe es ein Buffet. Der sechsjährige Enkel habe Geburtstag. Da ich heute nur ein Sandwich in Lienz und ein Frühstück in Zell am See hatte, schob ich irgenwie Kohldampf im Magen. Und da sie mir so nett vom abendlichen Grillen berichtete assozierte ich mit meinem leeren Magen ob sie mich vielleicht zu Essen einladen würde. Dem war aber nicht so und ich betrank mich mit frischem Quellwasser aus dem Berg. Dafür luden sie mich zu einer kleinen Nachtwanderung ein. Mehrere Familienmitglieder waren zu Besuch gekommen und Opa hatte Petroleumlampen organisiert. Und während des Nachtausflugs berichtete er von den Deutschen im Krieg, wie sie Teile des Dorfes, die Kirchen und die Schulen besetzt hatten. Er klang dabei recht aufgewühlt und alle lauschten aufmerksam. Leider konnten wir aber auch heute nicht die Dorfkirche besichtigen. Es gäbe nur noch ein paar wenige alte gläubige Menschen und so habe man die Kirche halt geschlossen. Heute ist es die Säkularisierung, die die Menschen von den Kirchen fernhält. Die geistliche oder spirituelle Welt findet häufig nur in esotherischen Randgruppen ihren Ausdruck. Vom abendlichen Spaziergang zurück begann die Geburtagsparie erst richtig. Laute Musik, trotz geschlossenen Fensters und Stopfen in den Ohren wiegte mich irgendwann in den Schlaf. Am frühen Morgen erzählte mir der Herr im Nachbarzimmer, dass es unten ein sehr gutes Frühstück gäbe. Geduscht und gekleidet bewegte ich mich zum Früstückstisch. Kaffee war in Italien obligatorisch und ein paar süße Croissants eben auch. Am Buffet lage noch etwas Käse und Wurst. Wie sollte man das kombinieren? Ich war regelrecht enttäuscht als mir die Marmeladenfüllung den Geschmack am herzhaften Frühstück nahm. Das sogenannte italienische Frühstück sollte mir noch häufiger begegnen. Am Ende hatte ich noch ein gutes Gespräch mit Luisa. Sie erzählte mir von ihrem Diabetis und dass sie regelmäßig zur Dialyse müsse. Dabei strahlte sie eine positive Einstellung zum Leben aus die ansteckend war. Irgendwann musste ich ade sagen und ich steuerte meine nächste Etappe Richtung Triest an.
Am sechsten Tag. 31.7.2022. Über Tolmezzo, Udine und Monfalcone steuerte ich die italienische Hafenstadt Triest an, Tor nach Slowenien und somit Kroatien und das Mittelmeer. In Monfalcone aß ich in einem vorzüglichen Restaurant mit großzügiger Gartenterasse zu Mittag. Es war Sonntag und die Italiener reservierten Tische mit ihren Familien, Kinder, Eltern und Großeltern. Die attraktive Kellnerin lehnte mich vorerst ab, es sei alles ausgebucht. Mit leidvollem Gesichtsausdruck erklärte ich ihr, dass ich nur eine Person sei und dass ich großen Hunger vom Motorradfahren mitbringen würde. Dann verschwand sie und ein junger Kellner gewährte mir Einlass. Ich musste allerdings innen im Restaurant speisen. Das war mir ganz lieb da ich ja sowieso den ganzen Tag auf der Straße war. Noch einen Espresso zum Abschied und ich setzte meine Fahrt fort in die große Hafenstadt Triest. Schon durch die Bäume hindurch und später direkt von der Küstenstraße aus sah ich das Mittelmeer. Unglaublich weit und schön breitete es sich vor mir aus. Ich war so glücklich diesen weiteren Schritt ohne Schaden geschafft zu haben. Immerwieder betete ich still und dankte Gott für eine behütete Tour. Schon fuhr ich vorbei an unzähligen Autos und Scootern die an der Küstenstraße parkten und irgeneinen Eingang suchten um am Meer zu sein. Auch ich fuhr hinab an eine Uferpromenade und wurde Zeuge von den Triester Schönen und Reichen die sich am Ufer aalten und Luxuskarossen geparkt hatten. Eine Luxusyacht unglaublichen Ausmaßes war in Triest im Zuge der Sanktionen gegen Russland festgesetzt worden. Sie gehört einem russische Oligarchen namens Andrei Melnitschenko, ist 143 Meter lang und 530 Millionen Euro wert. Gestaltet wurde sie vom französischen Stardesigner Philipp Starck und trägt den Namen „Sailing Yacht A. Ich hatte ein kleines , Hotel außerhalb von Triest gebucht. Leider stellte sich dieses Hotel als ein Budget Hotel heraus, alles war standartisiert. Das Parken des Motorrades erwies sich als Problem, niemand durfte auf dem Hotelgelände parken und so fand ich, auf einen Tipp eines Angestellten hin, im Hinterhof eines Bankgebäudes einen sicheren Platz. Mein Zimmer maß gerade einmal neun Quadratmeter, bot eine Dusche und ein Bett. Schon bald legte ich mich müde von meine Reise nieder und genoß noch einen Moment das frei Wifi und schaute die Formel 1 Ergebnisse. Schon bald schlief ich glücklich ein und bis zum nächsten Morgen gut durch.
Der siebte Tag. Montag 01.08.2011 Von Triest aus startete ich auf einer Landstraße über die Berge Richtung Slowenien. Leider hatte meine Fahrt ein jähes Ende. Ein großer Waldbrand war der Grund. In einer Entfernung sah ich die schwarzen Rauchschwaden aufsteigen und die Feuerwehr hatte bereits alle Zugangsstraßen abgesperrt. Das machte mich traurig und ich musste wieder umkehren. Die Sommerhitze hinterließ ihre Spuren. Auch im weiteren Verlauf musste ich meine Route ändern. Eine Baustelle war der Grund. Mittags erreichte ich die slowenische Grenze. Die Grenzkontrollen verursachten einen zu langen Stau. Als ich endlich dran war und meine Papiere schon griffbereit hatte, winkte der Beamte mich einfach durch. Wie schön, ich war dankbar diese Grenze ohne Coronanachweise passiert zu haben. Mein Weg führte mich durch den nicht enden wollenden slowenischen Wald. Selten habe ich ein Land gesehen dass so viel gesunden Wald vorweisen kann. Eine kleine beschauliche Landstraße, vorbei an einigen kleinen Dörfern, schlängelte sich hindurch durch Wald und Wiesen. Bald erreichte ich das schöne Rijeka. Der Sozialismus hatte allerdings seine Spuren hinterlassen. Zwar standen noch schöne alte herrschaftliche Häuser im Zentrum, doch leider waren die Fassaden nicht mehr renoviert worden und das Stadtbild war in einem schlechten Zustand. Am frühen Nachmittag endlich in Kroatien angekommen gönnte ich mir ein paar frische Früchte von einer jungen Obstverkäuferin die fließend englisch sprach. Sie zeigte mir noch freundlich die Richtung zur kroatischen Küstenstraße. Bald hatte ich das Mittelmeer erreicht und konnte es nicht mehr aushalten schwimmen zu gehen. Ich fand einen kleinen Uferweg, stellte mein Motorrad ab entkleidete mich bis auf die Unterwäsche, denn ich hatte ja noch keine Badehose, und stieg die Felsen hinab zum Wasser hinunter. Als ich das Wasser erreichte lag dort eine wunderschöne Frau, barbusig und sonnte sich. Ich versuchte ihr klarzumachen dass ich einfach nur baden will und sie nicht stören möchte. Sie willigte ganz natürlich ein und ich sprang nackt ins klare Wasser. Irgendwie war das Wasser noch ganz schön kalt und ich schnauft und postete so vor mich hin. Dennoch war es einfach herrlich. Das hinauskommen aus dem Wasser im Adams Kleid war natürlich nicht ganz einfach aber taktvoll drehte sich die Badenixe auf den Bauch. Eine Hochbrücke führte mich weiter Richtung Küste. Eine Menschenmenge die sich auf der Brücke versammelt hatte irritierte mich. Sie standen da und schauten hinab ins Wasser. Als ich die Menge erreichte hatte ich verstanden. Es ging um ein Bungeejumping von der Brücke. Scheinbar war dies ein neuer Trend, denn immer wieder wenn ich über Brücken fuhr sprangen Menschen am Bunji Seil die Brücke hinunter oder waren Werbeplakate übers Bungeejumping zu lesen. Als ich die Küstenstraße erreicht hatte fuhr ich an den ersten Campingplätzen am Meer vorbei. Es war früher Abend geworden und irgendwann musste ich ja mal mein Zelt auspacken. Bisher hatte ich es ja noch nicht genutzt. Ich übernachtete dann spontan kurz vor Senj. Eine etwas rundliche, blondgefärbte Kroatin begrüßte mich in breitem gebrochenen Deutsch und lud mich herzlich ein auf ihrem Zeltplatz zu übernachten. Der Platz war voll mit Campern aus Deutschland, Holland und Frankreich. Schräg gegenüber zeltete ein Motorradfahrerpärchen aus Slowenien. Etwas schüchtern baute ich zum ersten Mal mein Zelt auf. Die modernen Zelte werden einfach über zwei diagonal verspannte Stecksysteme in Windeseile aufgestellt. Das Überzelt war gar nicht nötig und so konnte ich einfach mit einem dünnen Leinenzelt mit zwei großen Gasefenstern übernachten, höchst einfach. Zum Badestrand waren es nur ein paar Minuten und ich inspizierte die Gegend wo ich, immernoch ohne Badehose, schwimmen gehen konnte. Ich musste ein bisschen warten bis ich erst in der eintretenden Dämmerung ins Wasser konnte. Dieses Hocken am Meer und dem Sonnenuntergang beiwohnen war eine wunderschöne Zeit. Ich kam noch mit ein paar ungarischen Jugendlichen ins Gespräch die in Kroatien Urlaub machten, eine wesentlich schönere Alternative zu deren heimischen Plattensee. Als ich am nächsten morgen mein Zelt einpackte kam ich noch mit meinem französichen Nachbarn ins Plaudern, ein Pärchen mit einem Jungen, wo er an einer französichen Hochschule eine Professur im Bereich Biochemie hatte und beide an nachhaltigem Leben interessiert waren. Sie waren auf dem Weg nach Slowenien um dem Tourismus zu entfliehen.
Der achte Tag. 2. August 2022 An diesem Dienstag übernachtete ich in Bibinje, einem kleinen Vorort von Zadar. Angeblich eine schöne Stadt anzuschauen aber irgenwie war mir nicht nach Sigtseeing. Einige Umwege aufgrund von Baustellen hatten mir ein wenig die Energie geraubt. So suchte ich in einer Marina nach einem Zeltplatz. Bei einer lautstarken kroatischen Mama fand ich eine Bleibe. Gleich neben dem Waschhaus bot sie mir einen Platz an. Das Zelt war schnell aufgebaut und unterwegs hatte ich mir in einem Badeort eine Badehose für sechs Euro gekauft. Endlich konnte ich ungehindert schwimmen gehen, herrlich. In einem völlig ausgestorbenen Restaurant in der Marina von Bibinje ging ich zum Abendessen. Der Besitzer erklärte mir, dass hier am vergangenen Wochenende noch mehr als 50 Gäste gegessen hätten, die aber mit ihren Segelbooten und Yachten nun auf See seien. Ich genoss die Ruhe des Abends und der Nacht und ging gleich am Morgen wieder schwimmen.
Der neunte Tag. 3. August 2022 Eine wunderschöne Tour entlang der kroatischen Küste verzauberte mir die Seele. Vorbei an herrlichen kleinen Buchten und Dörfern, die Felsen auf der linken Seite, Gebirge wo auch Winnetou gedreht worden war und auf der rechten Seite das blaue Meer, zu schön. Ich genoss ein herrliches Abendessen an einem schönen Badeort und fand einen Zeltplatz zur Übernachtung im Schatten von hohen Felsen. Dort lernte ich ein deutsches Pärchen kennen, die bis über beide Ohren voll mit Fahrzeugen ausgestattet waren. Ein Mercedes Bus diente als Zugmaschine, ein Wohnwagen diente zur Übernachtung und Kochen, ein Motorrad um von dort aus Touren zu unternehmen, zwei Mountainbikes, und ein Stand Up Paddel zum Paddeln auf dem Meer. Sie war Lehrerin, er arbeitete in der Industie in leitender Position, einzige Tochter war bereits aus dem Haus und so gönnte man sich halt eine Materialschlacht für den Aktivurlaub. Leider konnte ich nicht gut schlafen, der Strand war unbefriedigend zugebaut mit alten Sozalistenbauten und nicht angenehm zu verweilen.
Der zehnte Tag. Donnerstag, 04.08.2022 Nach einer wunderschönen Fahrt entlang der kroatischen Küste erreichte ich Orasac. Ich fand einen der schönsten Zeltplätze, von ein paar jungen Kerlen organisiert, in Terassenform angelegt mit einer fantastischen Bucht vorgelagert und netten Leuten in den Nachbarzelten. Abends fuhr ich mit dem Motorrad in das Dorf am Berg gelegen in ein First Class Restaurant. Obwohl sämtliche Tische vorreserviert waren gönnte mir die Besitzerin, eine bildhübsche junge Kroatin, noch einen einzelnen kleinen Tisch. Es war mir fast peinlich nur ein vegetarisches Gericht zu bestellen denn neben mir bestellte man opulente Fleischplatten, teure Weine und ausschweifend Desserts. Ich flirtete mit der Kellnerin, einer dynamischen und engagierten jungen Frau, und fühlte mich so richtig pudelwohl. Schon leicht beduselt vom kroatischen Bier knatterte ich zurück zum Zeltplatz. Die Nacht war klasse und am nächsten Morgen bin ich erst mal schwimmen gegangen, eine felsige Bucht mit kristallklaren Wasser.
Am elften Tag. Freitag, 05.08.2022 Am Mittag dann fuhr ich mit dem Bus nach Dubrovnik, ein kleiner Traum von mir diese Stadt am südlichsten Zipfel von Kroatien einmal zu sehen. Sie sollte mich nicht enttäuschen. Gleich zu Beginn meines Sightseeings habe ich mir ein schönes Frühstück gegönnt. In einem klassisch wirkenden Restaurant bestellte ich einen Kaffee und ein Sandwich. Als mein Essen in Pappboxen serviert wurde antwortete der Kellner peinlich lächenld „fast Food“, and a lot of trash, antwortete ich. Er pflichtete mir bei aber man will halt modern sein in Dubrownik und die von Mc Donalds erzogene Generation möchte es anscheinend so. Als ich zur Hafenmauer spazierte, lernte ich eine russische Dame kennen die mit der Aida unterwegs war und Freigang in Dubrovnik hatte. Sie erklärte mir wie ich am besten in die Altstadt käme und erzählte mir was sie sich bereits alles angeschaut habe. Etwas abwertend meinte sie, es sehe ja doch alles gleich aus. Sie erwähnte auch die tonnenweise Souvenier- und Nonsenseshops. Natürlich war die Altstadt völlig überfüllt mit Touristen, das wusste ich, bin dennoch meines Weges gegangen und war hell auf begeistert von dieser alten Architektur die mit nichts zu vergleichen war was ich bisher auf der Welt gesehen habe. Marmorböden, Marmorsäulen, alles in beige und hell gehalten, Gebäude großzügig gestallt, herrschaftlich. Weit verzweigte enge Gassen fügten sich den Prachtstraßen an. Ich genoss noch ein leckeres Fischgericht zum Abendessen und fuhr dann zurück mit dem Bus auf meinen schönen Zeltplatz. Alles gestaltete sich ein bisschen abenteurlich, zuerst fand ich die Bushaltestelle nicht und mit englisch kam ich nicht wirklich weiter. Aber irgendjemand weiß immer irgendwie Bescheid und weist einem den Weg. Dann fuhr der Bus auch noch am Zeltplatz vorbei, stoppte dann aber etwas später.
12. Tag, Samstag, 06.08.2022 Frohen Mutes fuhr ich von Aurasac weiter Richtung Montenegro. Schon nach 1 Stunde circa geriet ich an das Stauende vor der Grenze. Die Familie vor mir berichtete dass wir jetzt mit circa 2 Stunden Wartezeit rechnen müssten. Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich fuhr ein Stückchen zurück um noch mal voll zu tanken. Netter Weise nahm der Kroate auch meine letzten kroatischen Kunas an. Naja, und dann stellte ich mich ans Stauende. Andere Motorradfahrer fuhren allerdings einfach am Stau vorbei. Zweifelnden Gemüts entschied ich mich das gleiche zu tun und hab dann höchstens eine Dreiviertelstunde gebraucht bis ich zur Passkontrolle kam. Leider entstand ein weiterer Stau vor dem Posten von Montenegro. Ich vermute mindestens 2 Stunden für den Grenzübertritt benötigt zu haben. Ich ahnte dass es dunkel werden würde bis ich Bar erreichen konnte. So entschloss ich mich ein Zimmer zu buchen, dann brauchte ich nicht im Dunkeln mein Zelt aufzubauen. Das Hotel befand sich in der Altstadt von Bar. Eine kleiner romantische alter Stadtteil mit kleinen Restaurants, idyllischer Musik und netten Leuten begrüßten mich, Laternenatmosphäre. Leider war ich erst nach 22:00 Uhr angekommen so dass ich den Besitzer der Ferienwohnung noch einmal kontaktieren musste, der bereits nach Hause gefahren war. Er kam aber nochmal zurück und ich hatte ein kleine Ferienwohnung für mich allein in dieser wunderschönen Altstadt zu einem sehr günstigen Preis.
13. Tag, Sonntag, 07.08.2022 Montenegro ist ein kleines bergiges Land mit viel grüner Natur. Sicherlich eine Reise wert, nur meine Tour folgte der Urlaubsroute entlang und somit Unmengen an Autos zur bosnischen Grenze. Die Grenzbeamten wenig efektiv und kontrollierten jedes Fahrzeug und das Gleiche passierte an der albanischen Grenze. Immerwieder studierte ich meine Karte ob es nicht eine Möglichkeit über die Berge gäbe um Albanienen und somit Tirana zu erreichen. Ich blieb auf der zähen, überfüllten Route und zuguterletzt kam auch noch eine Fährüberfahrt hinzu zur albanischen Seite. Bettelnde Kinder und tiefe Armut konfrontierten die mit Luxus überfrachteten Reisenden. Die schmutzigen, verwarlosten jungen Frauen hielten ihre nackten Babys bei knapp 40° an die Fensterscheiben der Reisenden, die aber meist verschlossen blieben. Drinnen hatte man ja die Klimaanlage an. Eine Geste einer Jugendlichen im Mega-Reisemobil stieß mir besonders übel auf. Sie warf eine angebrochene, halbleere Plastikflasche Wasser aus dem Fenster in die Händer der bettelnden Kinder. Mein Herz schlug besonders für die Kinder, die sich unglaublich engagierten und teilweise den Autos hinterherliefen um doch noch ein Almosen zu erhaschen. Ein Junge faszinierte mich besonders und ich rief ihn herbei um ihm Euros in die Hand zu drücken. Gleich rannte er in den Shop der Tankstelle an der ich pausierte und setzte seinen Gewinn in Chips und Coca-Cola um. Für einen Moment schien er glücklich. Am frühen Abend hatte ich Tirana erreicht und begab mich auf die Suche nach einem angegebenen Zeltplatz. Eine Irrfahrt durch die Vororte von Tirana, Angst im nächsten tiefen Schlagloch zu stürzen, Straßen senkten sich teils einen halben Meter tief ab, Autos schlängelten sich in Schrittgeschwindigkeit zwischen den geborstenen Teerstücken hindurch, im Feldweg endent, erreichte ich schließlich den kleinen Zeltplatz an einem halb ausgetrockneten See gelegen. Ein engagierter Besitzer sprang auf mich zu, begrüßte mich herzlichst und zeigte mir meinen Zeltplatz, gelegen unter prallen Reben, blauer und grüner Sorte. Ein Blick zum Himmel und dankbar baute ich mein Zelt auf. Verschiedene schöne Begnungen mit Reisenden versüßten mir den Abend. Mit einer Deutschen, die ganz allein mit ihrem VW-Bus unterwegs war und einem älteren Paar aus Australien, die seit neun Jahren in ihrem Reisemobil lebten und die Welt erkundeten, kam ich ins Gespräch. Ein schöner Abendspaziergang am Ufer des Sees entlang ließ mich auf meine Nacht unter Trauben vorbereiten.
14. Tag, Montag, 08.08.2022 Meine Reise führte mich am Morgen durch Tirana und später durch die Berge Albaniens Richtung Mazedonischer Grenze zum großen Ohrid See, der zur Hälfte Albanien und zur anderen Hälfte zu Nordmazedonien gehört. Tirana zeigte sich als pulsierende Großstadt mit einem großzügigen Stadtkern, Bankgebäuden und Parks sowie geschäftigen Leuten, vielen Ampeln und viel Autoverkehr. Einer der schönsten Reiseabschnitte folgte nun durch die albanischen Berge. Passähnliche Höhenzüge vorbei an Almen, Kühen die die Straße passierten und Schafherden die die einsamen Bergstraßen überquerten. Langsam fahren war aufgrund der teils abgesackten Straßendecke die bessere Wahl. Liegengebliebene Autos überaschten mich nicht mehr. Dennoch fuhr ich durch unberührte Natur die ihres Gleichen sucht und mein Herz war in tiefer Freude. Am späten Nachmittag erreichte ich die nordmazedonische Grenze. Es gab keine große Warteschlange und schon bald war ich an der Reihe und zeigte meinen Reisepass. Der Grenzbeamte allerdings war nicht zufrieden und forderte eine Greencard. Im diesem Moment verstand ich nicht was er mit einer Greencard meinte und assoziierte eine Aufenthaltsgenehmigung. Oder meinte er die grüne Versicherungskarte? Er meinte nur für 50,- Euro könnte ich eine vierwöchig gültige Greencard erwerben. Nein Danke erwiderte ich und machte ihm klar dass ich wieder zurück nach Albanien fahren würde. Ich drehte also um und umfuhr den See auf der albanischen Seite mit einem kleinen Umweg Richtung Griechenland. Ein wunderschöner Zeltplatz direkt am Ufer des Sees bot mir eine Übernachtungsmöglichkeit. Man servierte mir ein Fischessen von Feinsten und ein ausgedehnter Abendspaziergang am Ufer des Sees schenkte mir anschließend eine entsprechende Bettschwere.
15. Tag, Dienstag 09.08.2022 Am nächsten Morgen erfrischte ich mich mit einem Bad im See und setzte meine Reise nach Griechenland fort. Schon am späten Mittag war es soweit. Ich verabschiedete mich aus dem freundlichen Albanien mit seiner ursprünglichen Natur und den ruhigen hilfsbereiten Menschen ein wenig wehleidig. Ich passierte die Grenze nach Griechenland. Ein anderer Menschenschlag begrüßte mich freundlich und mit offenem Gesichtsausdruck und machte keinen großen Zirkus an der Grenze. Als Deutscher und Europäer wurde ich schnell abgefertigt und betrat mein Reiseziel, Griechenland. Wieder über kleine Nebenstrecken und Landstraßen setzte ich meine Reise fort nach Larissa. Da es auf meiner Strecke durchs Innland keine Campingplätze gab buchte ich ein kleines Hotel in einem Städtchen in den Bergen namens Siatista. Als ich dort genüsslich einen großen griechischen Salat gegessen hatte, studierte ich immer wieder die Karte und überlegte nach Larissa durchzufahren. Es war noch ein ordentliches Stück aber schaffbar. Ein Telefonat im Hotel mit Kosta und Gudi überzeugten mich schlussendlich das Hotel zu stornieren was der freundliche Besitzer netterweise zuließ und ich bis Larissa schlussendlich durchfuhr. Völlig erschlagen und kaputt umarmte ich meine Schwester Gudi und musste mich erstmal geistig, seelich und körperlich sortiern an meinem Reiseziel angekommen zu sein.
16. bis 22. Tag, Dienstag, 16.08. 2022 Eine ganze schöne Woche verbrachte ich bei meiner Schwester und ihrer Familie in Larissa mit Kosta und Wasilli. Das Ankommen war nicht einfach, 14 Tage lang war ich gewohnt nicht viel anderes zu tun als am Morgen mein Gepäck zu organisieren, das Motorrad zu packen, einen neuen Abschnitt zu planen und mich dann auf die Reise zu begeben. Unterbrochen wurde der Reisetag ja lediglich dadurch dass ich eventuell etwas essen ging, oder an wenigen Tagen auch zum Schwimmen. Gegen Abend baute ich dann mein Zelt auf oder fand in einer Unterkunft ein Bett, ansonsten war ich unterwegs und erfreute mich der Natur. Nicht jede Nacht war wirklich erholsam. Gerade beim Zelten oder auch in Hotelnächten war ich ja fremd, die Atmosphäre war fremd die Luft, die Geräusche, das Liegen, und so weiter. So bin ich bei Gudrun erst mal zwei Tage wirklich erholungsbedürftig gewesen, habe viel geschlafen und nur wenig gegessen.
Freitagabend gingen wir in Larissas in der schöner Altstadt spazieren, besuchten eine Ausgrabungsstätte eines Kolosseums und betrachteten das Amphietheater in Larissa. Wir bummelten noch ein wenig durch die Stadt und aßen einen kleinen Salat beziehungsweise die beiden eine Pita gefüllt mit Pommes oder Gyros. Die Gassen waren gefüllt mit feiernden Menschen. Gerade die griechischen Girls suchten nach Aufmerksamkeit mit ihren modernen Outfits. Samstagabend fuhren wir nach Plata Mona. Ein buntes Treiben, mit Shops und Restaurants versüßte uns den Abend. In der kleinen Basilika am Meer stellten wir Kerzchen für unsere Familien auf. Geistliche, griechische Musik begleitete das Feuer der Kerzen. Auf dem Speiseplan von Gudi und Kosta stand Beef teki mit Pommes. Das würden sie am liebsten essen. Ich verzehrte ein paar sehr leckere Gambas mit Salat und Patatas. Wir teilten uns ein Bier. Am Montag hatte Vasso eingeladen um das Marienfest zu feiern. Mehrere Schwestern von Kosta mit ihren Familien waren gekommen. Eine herzliche Begrüßungsatmosphäre lud alle ein sich zu setzen und sich zu freuen am Wiedersehen und am servierten schönen Essen. Frisch gebratene beziehungsweise gegrillte Lammkoteletts wurden aufgefahren. Stücke vom Lamm die eben noch auf dem sich drehenden Grill dahin geschmort hatten. Große Fleischbrocken vom Schwein in einer großen Schüssel zuvor eingelegt in Marinade dann im Ofen gebacken, perfekter Geschmack standen auf dem Tisch. Der Kuchen durfte natürlich nicht fehlen. Der Start wurde von Blätterteig mit darüber liegende Buttercreme gemacht am des weiteren kam Biskuit Teig mit viel Sahne in den Schlund und es blieb nicht bei einem Stückchen auch nicht bei zwei sondern und so weiter. Der Kaffee durfte natürlich nicht fehlen. Nachdem sich bei mir ein gewisses unwohl sein einstellte verließe ich die Runde und machte einen kleinen Spaziergang. Gleich hinter Wassos Haus erstreckte sich ein großer Olivenhain, den ich hinab spazierte. Die Bäume waren alt und knorrzig. Tiefen unter schlenderte ich im Olivenhain und erlaubte mir immer mal einen Blick hinunter zur Steilküste ich hab ein paar Blätter bei Seite Burg ein paar Äste hinüber und könnte mir einen Blick hinunter ans Meer. Irgendwann war ich so weit hinunter gelaufen dass ich den mit Kies und Steinen gefüllten Strand quasi vor mir liegen hatte mich trennten allerdings große Sträucher und mit dem Treppe mit dem Trecker zusammen geschoben es Gestrüpp was für mich schwer zu überwinden war. Die Lust packte mich und ich versuchte immer wieder irgendwelche Stellen zu durchbrechen um ans Meer zu kommen, aber es gelang mir in einfach nicht. Auf der anderen Seite des Oliven Heinz erstreckte sich eine kleine Quelle und fühlte die Herr bei liegenden Gräben und Wiesen mit einem herrlichen Hellen grün mit Sträuchern Gräsern fahren und Bäumen. Erst spät abends waren wir wieder in Larissa zuvor hatten wir uns herzlich von Vasso und Lothar verabschiedet und ein großes Danke ausgerichtet für die wunderschöne Marienfeier. Situationen und Zeiten. Am Dienstag begann ich dann schon am Morgen alle meine Kleidungsstücke und Motorrad Sachen zusammen zu suchen um am nächsten Morgen einigermaßen zeitig los zu kommen. Igoumenitsa stand auf dem Plan um mit der Fähre nach Ancona zu fahren.

Rückreise nach Deutschland, der 23. Tag, Mittwoch, 17.08.2022 Nach einem schmerzhaften Abschied von Gudi und ihrer Familie ging es am Mittwoch morgen los in Richtung Igoumenitsa um eine Fähre nach Italien zu nehmen. Mein erster Reiseabschnitt endete in Mezowo, einem kleinen Städtchen in den Bergen malerisch gelegen, alte Architektur, schöner Marktplatz umgeben von wunderbaren Restaurants und Cafés, nicht zuletzt die schmalen Gassen zu durchschreiten war ein Genuss. Nachdem ich in dem pittoresken Hotel im alten englischen Stil geduscht hatte stürzte ich mich noch mal ins Nachtleben von Mezowo. Dies gipfelte in einem Restaurant gleich am Marktplatz wo ich mir Hamel Fleisch servieren ließ. Einfach zusammen mit Brot und einem leckeren griechischen Bier war das Abendessen ein Genuss. Ganz gegen meine innere Einstellung als ich also einen Teller nacktes Fleisch mit Brot ohne Gemüse ohne Vegetarier zu sein. Und es schmeckte herrlich. Als ich in Mezowo angekommen war fuhr ich erstmal an meinem Hotel vorbei obwohl das Navi sagte, ich hätte mein Ziel erreicht. Ich hatte es aber im Vorbeifahren nicht gesehen. Die Gasse ging tiefer und tiefer hinab, wurde enger und enger und endete schließlich auf einem kleinen Hof in einer Sackgasse. Nun stand ich fast in 45° Schräge nach unten geneigt, die Gasse war nicht breiter als mein Motorrad lang war und ein Herr winkte mir zu, stop-stop hier ist Ende. Netterweise zog er mich am Hinterteil des Motorrads wieder heraus aus der Patsche und ich konnte glücklicherweise noch mal wenden und den Berg wieder hoch fahren.
der 24. Tag, 18.08.2022 Nach einem ausgedehnten Frühstück, aber leider nicht besonders geruhsamen Nacht, startete ich also Richtung Igoumeniza. Diese Strecke zum Hafen gestaltete sich als wunderschön, die engen Serpentinen hinab Richtung Meer waren einfach wundervoll zu fahren. Zweimal begegnete mir eine kleine Schildkröte, die die Straße überquerte. Im Hafen angekommen fand ich relativ einfach die Empfangshalle für die Reisenden und plante nach einer Weile mich auf die Überfahrt mit der Fähre vorzubereiten. Waschzeug, Trinkflasche, warmer Pullover, dicke Jacke, Trainingshose, alles dies benötigte ich für die Übernachtung auf dem offenen Deck der Fähre. Irgendwann abends gegen 21:00 Uhr war es dann soweit und der Bauch der Fähre öffnete sich und die Autos und die Motorradfahrer, Busse und LKWs durften hineinkriechen. Ebenso füllten sich Aufenthaltsräume, Restaurants und die oberen offenen Decks mit Menschen aller Couleur. Die Menschen und Familien lagerten sich auf dicken aufblasbaren Matratzen, regelrechten Zigeunerlagern und belegten jeden freien Platz. Wie ich so bin, schaute ich hier, schaute dort und am Ende waren die letzten Plätze fort. Schlussendlich belegte ich eine kleine Bank oben auf dem Deck, blies meine Luftmatratze auf und versuchte den Platz für mich zu reservieren und zu verteidigen um ein wenig Schlaf zu finden. Gegenüber meiner Bank lagerten zwei junge Mädels, der Sprache nach zu urteilen Englisch sprechend. Diagonal schräg hatte sich ein etwas jüngerer Italiener platziert, kahköpfig , markantes Gesicht, der offensichtlich auch allein unterwegs war und sich seine Bank für die Nacht reserviert hatte. Doch er war noch auf dem Schiff spazieren gegangen und als er zurückkam war sein Platz futsch. Ich offerierte ihm die andere Hälfte meiner Bank und bot ihm an dort für die Nacht platz zu nehmen. Er freute sich natürlich und wir kamen ein wenig ins Gespräch. Schnell kamen wir zu dem Punkt, dass auch eher ein leidenschaftlicher Vagabund sei. Er berichtete, dass er einige Jahre in Indien gelebt habe zusammen mit seiner Frau, beziehungsweise Lebenspartnerin. Jetzt kamen sie von einem Urlaub in Griechenland nahe der türkischen Grenze zurück. Doch die Frau war schon vorgereist, weil eine Nachbarin sie angerufen hatte dass die Katze weggelaufen sei. Seine Frau war natürlich außer sich und war sofort abgereist. Er selbst sei aber noch ein paar Tage auf der Insel geblieben, also war er allein auf der Schiffsreise. Die jungen Mädels gegenüber hatten wohl mit einem Ohr zugehört, jedenfalls begannen Sie mit uns Kontakt aufzunehmen. Da auch ich schon mal aus Indien erzählen konnten machen Sie das zum Thema und fragten uns über unsere Indien Erfahrungen aus. Als die beiden immer näher rutschen, uns ihren warm gewordenen Wein anboten, Zigaretten angeboten, wurde mir klar, dass sie sich auf eine lange Nacht vorbereiteten. Leider war das gar nicht in meinem Sinne, da ich gerne auf der Bank gelegen hätte und in die Sterne geschaut hätte bei der wunderbaren Nachtüberfahrt. Die Amerikanerin hatte eine schöne Persönlichkeit war zurückhaltend und nett, die Französin allerdings war mir extrem unsympathisch, sie sprach mit einem amerikanischen Akzent aber die Worte oder Vokabeln waren natürlich mit französischen Intonation. Und so verstand ich sie eigentlich überhaupt nicht. Mein Nachbar Max lenkte das Gespräch in die Richtung, dass die Katze verloren gegangen sei, seine Frau außer sich sei, und die Frau auch übrigens immer gegen ihn reden würde, er sprach von everyday hamering, was die Amerikanerinnen dazu animierte von ihren idealen Beziehungsträumen zu erzählen. Das war natürlich ein endloses Thema und so wurden auch die Gespräche endlos. Bis die zweite Flasche Wein geleert war wurde es wahrscheinlich circa zwei bis drei Uhr nachts bis meine lieben Bekannten endlich Ruhe gaben. Ich hatte mir bereits den Schlafsack über die Ohren gezogen und hatte versucht ein bisschen zu schlummern.
Der 25. Tag, 19.08.2022 Das morgendliche Erwachen war wundervoll. Die Sonne ging auf und es schien ein schöner sonniger Tag zu werden. In endlos scheinenden Warteschlangen ergatterte ich mir ein Sandwich und einen Kaffee. Und wir vier Namen Platz um gemeinsam zu frühstücken. Die anderen rauchten und ich aß etwas. Irgendwann später, man merkte die anderen waren verkatert, legte ich mich auf eine Bank und hielt noch ein kleines Mittagsschläfchen. Das tat mir unendlich gut und ich war einigermaßen wach für den ganzen Tag. Max hatte sich zu mir gesellt und wir sprachen über Gott und die Welt und die Bemühungen das Leben in diesem großen Erden Chaos möglichst gut zu gestalten. Auch sprachen wir übers Rauchen, über den ersten Atemzug bei der Geburt und über den letzten Atemzug beim Sterben. Den ganzen Tag über versuchte ich mich ein wenig zu bewegen und auf dem Schiff ein paar Mitreisende zu begrüßen, über türkische Bettenlager zu steigen die schier endlos in ihren Tupperdosen essen fanden und einverleibten und rauchten eine Zigarette nach der anderen. Frische Seeluft zu genießen war wirklich schwierig weil das Schiff mit Menschen voll gestopft war und irgendwie hatte ich das Gefühl es wurde nur noch geraucht nicht nur aus dem Schornstein sondern aus den Lungen. Irgendwann erreichten wir dann den Hafen Ancona. Ein intensives Gewitter hatte uns unterwegs auf See überrascht, wir sahen die Blitze ins Meer einschlagen, und wie vorausgesagt regnete es in Ancona. Mein Motorrad war nass geworden, mein angebundener Helm war innen nass geworden, alles war mit einer seltsamen Staubschicht übersät und der Schiffsboden war einfach nur glitschig. So ging es dann die Rampen herab, im Schritttempo, mit beiden Füßen auf dem Boden rutschend bis ich glücklicherweise unfallfrei das Ufer erreichte. Mein Handy musste sich erst finden aber irgendwann hatte ich die kleine Pension, beziehungsweise das Hafenhotel erreicht und genoss ein wunderschönes Abendessen in der nahe liegenden Garten-Pizzeria. Gegenüber saß mir ein dunkelhäutiges Mädchen, die in ihrem Scribble-book zeichnete und malte, von höchster Qualität. Für mich war sie Michaela Angelo. Mit einem älteren Herrn, deutscher Abstammung, kam ich dann über Motorräder und über Griechen, denn seine Frau war Griechen, ins Gespräch. Wir genehmigten uns noch einige Bierchen und die Nacht war sehr entspannt und ruhig.
Der 26. Tag, 20.08.2022 Von Ancona aus fuhr ich die KüstenStraße Richtung Rimini vorbei an Stränden und Hochhaushotels in kleineren Urlaubszentren. Vorbei an tonnenweise parkenden Autos und Scootern an der Uferstraße vom Mittelmeer eine Platz am Strand zu ergattern. Ich sparte mir meinen Badeplatz auf um hinter Rimini einen Zeltplatz am Meer zu finden. Kurz hinter Rimini fand ich einen Platz, mit dem bedeutungsvollen Namen: Camping Green. Der Campingplatz war überfüllt mit Wohnmobilen unter Bäumen, hauptsächlich Rentnern bis hin ins hohe Alter. Und die Tochter des Campingplatzunternehmens wies mir einen schönen Platz zu. Zum Meer sei es nur 10 Minuten von hier. Erst mal baute ich mein Zelt auf und versuchte dann die Straßen zum Meer zu finden. Sagen wir nach 20 Minuten erreichte ich den Strand. Wie das in Rimini so üblich ist sind sämtliche Strände in Privatbesitz. Man darf also weder irgendwo sein Handtuch hinlegen noch sich frei bewegen. In Badehose durfte man aber dann ins Wasser gehen. Da es schon Abend war versteckte ich mein Handtuch unter einer frei gewordenen Liege und begab mich ins Wasser. Das Wasser war braun und undurchsichtig. Schätzungsweise 100 m watete ich im flachen Wasser bis ich endlich bauchnabeltief im Wasser schwimmen konnte. Das nahm allerdings kurze Zeit später ein jähes Ende, ich erreichte große Steinbarrieren die den Strand vor der Brandung schützen sollten. Raus schwimmen durfte man nicht. So ergab es sich dass das mein erstes und letztes Bad an der italienischen Riviera wurde. Zuvor hatte ich noch geträumt vielleicht zwei Tage am Meer zu verweilen, doch ich bat die Campingplatzbesitzerin darum am nächsten Tag wieder abreisen zu dürfen. (Schönes Restaurant und Schaumbad)
Der 27. Tag, 21.08.2022 Die kommende Nacht verbrachte ich in der so genannten Poebene. Nicht ganz einfach zu finden lag in den Wiesen nicht weit vom Fluss ein wunderschöner kleiner Campingplatz. Leider war das Tor verschlossen und rundherum das Gebiet mit Hecken und Zäunen umrandet. Ich benutzt du die Klingel und eine Stimme meldete sich und das große Schmiede eiserne Tor wurde für mich geöffnet. Es standen nur wenige Kemper auf dem Platz und zu meinem Erstaunen verbarg sich hinter ein paar Ecken ein wunderschöner Swimmingpool für die Gäste. Fabio ein etwa gleich Alter Rieger Italiener begrüßt du mich herzlich und klagte mir erst mal den Klimawandel vor. Sein Zeltplatz habe vor drei Tagen noch komplett unter Wasser gestanden nach den großartigen Gewittern, die wir auf See erlebt hatten. Er zeigte mir tatsächlich einen schönen Wiesenplatz so dass ich nicht irgendwo im Schmutz liegen musste und ich begab mich daran mein kleines Stoffhaus aufzubauen. Im festen Haus oder Gebäude der Rezeption befanden sich ebenfalls die Toiletten ein Waschhaus duschen aber auch ein schönes geschmackvoll eingerichtet ist Restaurant. Ab 19:00 Uhr wurde zum Essen geladen und ich bestellte natürlich einen Tisch. Neben mir nahm ein junges holländisches Paar mit einem kleinen Mädchen Platz und während des Essens kamen wir in angeregte Gespräche wie sie ihren Urlaub verbringen würden über Kemper und deren Möglichkeiten und ich erzählte von meiner Motorrad Reise. Das servierte gell dünstet und leicht angebraten Gemüse das ich bestellt hatte schmeckte fantastisch. Dazu 1 l Flasche Wasser war schnell einverleibt. Schon am Nachmittag hatte ich mit einem gleichaltrigen holländischen Paar angeregte Gespräche bei einem starken Kaffee den sie in ihrem Kemper kochten den ich nur zur Hälfte trinken konnte, ich merkte bereits seine Wirkung. Leider musste ich meine Wachheit und Aufgeregtheit noch lange bis spät in die Nacht erleben. Aber in den Morgenstunden gab es ein paar Stündchen Schlaf.
Der 28. Tag, 22.08.2022 Vormittags nach Verona, nettes Gespräch mit Engländerin, zur Arena von Mopedfahrerin leiten lassen, Bei Eintrittsgeld umgedreht. Richtung Gardasee gefahren. Camping in Malcesine, Campangnolo direkt neben der Straße aber nette Holänder, noch im See geschwommen abends.
Der 29. Tag, 23.08.2022 Fahrt nach Trient Bozen und Richtung Reschenpass bei Latsch in den Bergen bei kalter Nacht hinter Hotel übernachtet.
Der 30. Tag, 24.08.2022 Fahrt nach Obermieming in seltsam geführten Hotel 2.Stock übernachtet. In Landeck Mittag gegessen. Tschechische Oldtimerfahrer getroffen. Ganzen Abend im Bett geblieben.
Der 31. Tag, 25.08.2022 über Zugspitze und Füssen und Wieskirche Hohenpeißenberg erreicht. Abends mit Thomas und Noro gegessen.
Der 32. Tag, 26.08.2022 Mittags Nina getroffen, Nina Süppchen gegessen, abends wieder mit Thomas und Noro gegessen.
Der 33. Tag, 27.08.2022 Bei Regen nach hause gefahren.

